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Info StreetColours

Thema: Wie Jugendliche Ihre Welt sehen und wie dazu die Realität steht

Jahr: 2002

Größe: 90 x 5 Meter

Dauer: 3 Monate

Auftraggeber: Behörde für Stadtentwicklung & Umwelt Hamburg

Standort: Schiffbeker Weg, 22119 Hamburg

Ausführende Künstler: Nulon, Fusion

StreetColours

Tolles aus der Dose

Deutschlands größtes Jugendgraffiti Projekt

Den Künstlern von GBNF Graffitiz war es immer wichtig, auch den nachfolgenden Generationen das Sprühen zu vermitteln. In dem östlichen Stadtteil Hamburgs-Jenfeld, engagierten sich die Künstler schon seit vielen Jahren dafür, vor allem der Künstler „Nulon“. Sie arbeiteten ehrenamtlich in den Jugendeinrichtungen im Jugendclub Jenfeld und der „Jugendsozialarbeit“ der Kirchengemeinde. Aus dieser Konstellation entstanden zwangsläufig die Ideen für Jugendgraffiti – Projekte, weil seit Jahren in der Jugendeinrichtung Graffiti Unterricht standfand und dies mit großer Anteilnahme und Begeisterung.

Nun musste eine Fläche herbei. GBNF Graffitiz nahm sich der Sache an und suchte ein passendes Objekt. Dies war schnell gefunden. Nämlich die Widerlager der Bundesbrücke in Hamburg an der A24 – Ausfahrt Jenfeld mit über 500 qm (Gesamtlänge ca.90 m x 5 m Höhe). Nach der ersten Anfrage bei den Behörden im Sommer 2001 erkannte man, dass die Gestaltung dieser Brücke wesentlich schwerer sein wird als angenommen. Allein herauszufinden wer Eigentümer dieser Brücke ist, nahm mehrere Monate in Anspruch. Es stellte sich dann heraus, das der Eigentümer die Bundesrepublik Deutschland, also das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, ist. Die Verwaltung der Brücke hat die Hansestadt Hamburg, die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Noch niemals zuvor wurde eine Bundesbrücke legal von Graffitikünstlern gestaltet.

Im Zuge der Sanierung der Bundesbrücke im Herbst 2002 genehmigte der damalige Bausenator der Hansestadt, im Einvernehmen mit dem damaligen Bundesverkehrsminister, die Gestaltung der Brücke mit einem Graffiti. In diesem gesamten Zeitraum begleitete unsere Agentur das Verfahren und war direkter Ansprechpartner der jeweiligen Behörden.

Wunsch der Stadt, als auch des Bundesverkehrsministeriums, war eine professionelle Gestaltung unter dem Betrachtungsaspekt der Einpassung des Motives und der Farbwahl in die gesamte bautechnische Umwandlung der Brücke. Bis zum Starttermin mussten nun das Motiv gefunden und die Finanzierung sichergestellt werden. In der Jugendeinrichtung begannen wir sofort mit ca. 40 Jugendlichen zwischen 14-18 Jahren mit der Ausarbeitung des Bildes. Das Thema war schnell gefunden: „ Jugendliche wie sie ihre Welt sehen und wie die Realität dazu steht“. Für diese Phase bis zur letzten Ausarbeitung des Endmotivs benötigen wir ca. 1 Jahr. Im Anschluss wurden die Skizzen den entsprechenden Behörden vorgelegt und von ihnen bewilligt.

Simultan dazu stellte die „Jugendsozialarbeit“ der Kirchengemeinde, einen Antrag für eine finanzielle Unterstützung beim Hamburger Spendenparlament. Dieser Verein besteht aus Bürgern und Bürgerinnen der Hansestadt Hamburg und unterstützt mit Hilfe von Geldspenden soziale Projekte in Hamburg.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Spendenparlaments, konnte sich die Finanzkommission nicht über die Vergabe an Geldmitteln für dieses besondere Graffiti Projekt einigen. Aus diesem Grund gaben Sie den Initiatoren des Graffiti Projektes die Möglichkeit, vor Mitgliedern für das Projekt zu werben. Bei dieser Parlamentarischen Sitzung, mit mehr als 300 Mitgliedern, gab es eine große Befürwortung, so dass das Projekt mit monetären Mitteln unterstützt wurde.

Nachdem weitere Sponsoren gefunden und das Projekt finanziell realisierbar wurde, vergingen 1,5 Jahre, bis endlich das Sprühen im Herbst 2002 begann. Der enorme Verkehr während der Tageszeit, an dieser Brückenunterführung, machte das Sprühen unerfreulich. Der permanente Lärm und die schlechte Luft erschwerten das Sprayen mit der Schutzmaske. Hinzu kam die vor Ort Betreuung der Jugendlichen die immer stets beschäftigt werden mussten und gleichzeitig neue Techniken erlernten. Nach ca. 3 Monaten, Ende November 2002, unter Leerung von über 1000 Tsd. Sprühdosen konnte endlich das Graffiti der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Viele Medienvertreter und alle Beteiligten waren gekommen, um die schönste Brückenunterführung Deutschlands zu bewundern.

Vor dieser künstlerischen Verschönerung war die Brücke permanent mit illegalen Graffitis verunziert. Der Wunsch der Behörden wurde bei weitem übertroffen, weil das Graffiti auch farbtechnisch im Zusammenhang mit der Gesamtsanierung, eine Bereicherung darstellt. Immer noch, nach so vielen Jahren, ist das große Graffiti von GBNF-Graffitiz in seiner Ursprungskraft schön anzuschauen. Die über 100.000 Tsd. Vorbeifahrenden pro Tag können nun täglich die Brücke in einem kurzen Farbenrausch bewundern.

Sponsoren: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Hansestadt Hamburg, BIT Bauwerkserhaltung GmbH, Europäischer-Sonder- Gerüstbau GmbH, Belton Molotow Premium, Skills Feuerstein GmbH, STRABAG GmbH, Bezirksamt Wandsbek Hamburger Spendenparlament, Mazda Autohaus Franz Pohl GmbH


 

Die Hamburger Behörde für Bau und Verkehr – jetzt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – unterstützte im Jahr 2002 dieses Projekt, indem sie im Rahmen der ohnehin erforderlichen Instandsetzung der Brücke ‚Schiffbeker Weg‘ in Abstimmung mit der Projektleitung den farblichen Hintergrund für das Kunstwerk zur Verfügung stellte. Es kann festgehalten werden, dass dieses Projekt auch aus der Sicht der Brückeninstandsetzung außerordentlich positiv zu beurteilen ist. Die behandelte Betonoberfläche befindet sich nach wie vor in dem hergestellten Zustand, illegale Graffiti wurden seitdem nicht mehr festgestellt.

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
 


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